In den landwirtschaftlich geprägten Regionen Ost- und Mittelsachsens ist der Landmaschinenbau seit mehr als 150 Jahren beheimatet. Auch die Gründung des weltweit größten Landtechnik-Herstellers – John Deere – fällt mit dem Gründungsjahr 1837 in die Blütezeit des Maschinenzeitalters in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Der ostdeutsche Landmaschinenbau, der in der Nachkriegszeit vor allem durch das „VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen“ weit über die Grenzen bekannt wurde, hatte in Neustadt i.S. sein Zentrum und beschäftigte in Hochzeiten mehr als 58.000 Mitarbeiter an bis zu dreißig, über die DDR verteilten Produktionsstandorten. Das Landmaschinen Kombinat fertigte in den 1980er Jahren Maschinen, Anlagen und Geräte für die Pflanzen- und Tierproduktion. Geliefert wurden Technik für die Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflege bis zur Lagerung und ersten Verarbeitungsstufen. Zum Produktionsprofil gehörten Bodenbearbeitungsgeräte sowie Traktoren, Mähdrescher, Feldhäcksler, Heu- und Strohpressen, Kartoffelerntemaschinen und Melkanlagen. Auch die Drillmaschinen aus dem Bernburger Landmaschinenbau waren in der DDR-Zeit ein weltweites Exportgut. Die 1948 gegründeten Erntemaschinen Fortschrittwerke in Neustadt i. S., Singwitz und Bischofswerda gehörten, wie die Werke des Bernburger Landmaschinenbaus, zu den ältesten Unternehmen des Kombinats.

Im Juli 1990 wurde das VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen Neustadt i. S. in die Fortschritt Landmaschinen GmbH umgewandelt und neu strukturiert. Es entstanden insgesamt 53 GmbHs. Partner im Wachstumskern wie die Raussendorf Maschinen- und Gerätebau GmbH, WTK Elektronik GmbH oder die Eidam Landtechnik GmbH zählen zu den wenigen Pionieren dieser Zeit, die diese Umbruchphase erfolgreich gemeistert haben. Die in Sachsen in der Nachkriegszeit immer dominanter werdende Landmaschinentechnik führte zu einer wachsenden Nachfrage nach gut ausgebildetem ingenieurtechnischem Personal. Die Zusammenlegung der 1952 gegründeten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zu Kooperationsgenossenschaften mit extensiver Flächenbewirtschaftung (Schlagzahl bis zu 100ha) und sehr großen Tierbeständen (bis zu 2.000 Milchkühe) stellte die Landmaschinenindustrie vor anspruchsvolle Herausforderungen.

Die Gründung zahlreicher agrarwissenschaftlich geprägter Institute ebenso wie Lehrstühle an Fachhochschulen, Universitäten sowie der Akademie der Wissenschaften fallen in diese frühe Phase der landtechnischen Entwicklung in Ostdeutschland. Auch der heutige Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik an der TU Dresden kann auf diesen historischen Bezug verweisen. Bereits 1953 wurden an der damaligen Technischen Hochschule Dresden zwei Lehrstühle mit eigenen Instituten für Landmaschinentechnik und Landtechnische Betriebslehre gegründet. Die landtechnische Ausbildungsstätte an der TU Dresden – mittlerweile ein agrarwissenschaftliches Zentrum mit hoher internationaler Reputation und dem Hintergrund einer Exzellenzuniversität - ist bis heute dem Landmaschinenbau der Region eng verbunden geblieben. Der in Sachsen verwurzelte Automobil- und Fahrzeugbau, die ehemaligen Sachsenwerke und heutige VW Werke in Zwickau und Dresden, BMW und Porsche Werke in Leipzig, Schienenfahrzeugtechnik Bautzen und Görlitz, u. a. hat das Forschungs- und Ausbildungsprofil an den Universitäten in Dresden und Chemnitz stark beeinflusst und zur Gründung zahlreicher außeruniversitärer  Forschungseinrichtungen und leistungsfähiger Ingenieurunternehmen wie IAV und IndiKar geführt.

Das Feldschwarm® - Bündnis sieht sich dieser standortspezifischen Tradition verpflichtet und strebt an, dem (ostdeutschen) Landmaschinenbau mit Innovationskraft und wirtschaftlichem Weitblick neue Impulse zu verleihen.